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Prototyp Champions Trophy geht in Serie

Spannung pur - Konzentration auf die Besten!

„Die Zukunft des Turnens hat mit der Champions Trophy begonnen!“. So freute sich DTB-Präsident Rainer Brechtken letzten November in Stuttgart, nachdem der Probelauf im Rahmen des EnBW Turn-Weltcups  / 26. DTB-Pokals erfolgreich verlaufen war. Spannung pur und Nervenkitzel bis zur letzten Sekunde bekamen die 4.500 Zuschauer damals in der Porsche-Arena geboten. Lange Zeit sah Fabian Hambüchen wie der sichere Sieger aus, bis er ausgerechnet am seinem Paradegerät Reck, als letzter Turner des Wettbewerbs und in Führung liegend, danebengriff. Ein kollektiver Aufschrei ging durch die Halle – Hambüchen wurde nur Dritter. Sieger war der amtierende Europameister und Olympiasechste im Mehrkampf  von Peking, Maxim Deviatovsky.

Jetzt geht der erfolgreiche Prototyp „Champions Trophy“ in Serie: Vier Einladungs-Turniere an vier Orten sind geplant – Frankfurt macht den Auftakt, Berlin und Mannheim sollen folgen, das große Finale wird in Stuttgart sein. Acht der weltbesten Turner treten in umgekehrter Reihenfolge der Gesamtwertung an allen olympischen Geräten gegeneinander an. Der Beste ist also immer der jeweils Letzte. Wie spannend das ist, zeigt die dramatische Endphase des letztjährigen Probelaufs. Nun gibt es die Chance auf Revanche für Deutschlands Turn-Star: Er will zeigen, dass er der beste Mehrkämpfer der Welt ist.

Dem Sieger eines Wettkampf-Ortes winkt ein Preisgeld in Höhe von 15.000 Euro. Der Gesamtsieger aller vier Trophy-Orte darf sich dann über den Jackpot im Wert von 50.000 Euro freuen. Damit ist die neue Champions Trophy eines der bestdotierten Turn-Events weltweit.

Cheftrainer Andreas Hirsch, Wolfgang Hambüchen und Valeri Belenki sind in der deutschen Trainergarde die Hauptbefürworter eines Mehrkampfes auf höchstem internationalem Niveau außerhalb der Weltmeisterschaften und Olympischen Spiele. Hintergrund ist eine Regeländerung des Internationalen Turnerbundes, wonach künftig nur noch Riegen mit fünf Turnern an den Start dürfen. Damit wird die Spekulation mit Spezialisten eingeschränkt und wieder mehr Wert auf die Allrounder gelegt. Der Stuttgarter Turnierdirektor Valeri Belenki begrüßt auch aus Sicht des Bundesstützpunkttrainers diese Entwicklung: „Es ist absolut nötig, an allen sechs Geräten gut turnen zu können und eine gute turnerische Ausbildung zu haben."

„Die Champions Trophy muss in einer konstanten Entwicklung gesehen werden, sie ist kein Experiment. 27 Jahre Erfahrung beim DTB-Pokal und die EnBW Turn-WM 2007 in Stuttgart als Auslöser, haben dazu geführt, dass wir Gespräche mit dem Fernsehen suchten, um das Turnen in Deutschland medial auf eine neue Bühne zu heben. Das sich daraus die Champions Trophy in ihrer jetzigen Form entwickelt hat, war auch aus sportlicher Sicht ein Wunsch der Trainer“, erklärt Rainer Brechtken die Konzeption des neuen Formates.

Bei der „Generalprobe“ der Champions Trophy in Stuttgart im November letzten Jahres, übertrug das ZDF die Entscheidung live. Nun sind beide öffentlich-rechtlichen Sender, ARD und ZDF, eingestiegen. Jörg Hoppenkamps, Geschäftsführer der Event GmbH des Schwäbischen Turnerbundes und verantwortlich für die Umsetzung der neuen Serie, ist optimistisch: „Die Präsentation der Turner und die Dramaturgie des Wettkampfes sind von ARD und ZDF sehr gut aufgenommen worden. Das hat Zukunft.“ Die beiden Sender werden die voraussichtlich vier Events abwechselnd produzieren und übertragen.

Bisher eingeladen sind Titelverteidiger Maxim Deviatovsky, Fabian Hambüchen (3. Platz 08), der heiß auf eine Revanche ist und der britische Ausnahmeturner Daniel Keatings. China, Japan und die USA, sowie weitere europäischen Länder, stellen die restlichen Athleten.

Tickets für die Auftaktveranstaltung in Frankfurt gibt es unter www.turnfest.de und bei AdTicket zu 30/25 Euro (Kat. I/II) und für Kinder zum halben Preis.



Zur Geschichte der Champions Trophy

Knapp drei Jahrzehnte Vision, Arbeit, Kompetenz und Erfolg

1983 begann die Geschichte der Champions Trophy mit dem 1. DTB-Pokal in Stuttgart. Macher der ersten Stunde war STB-Geschäftsführer Robert Baur. „Der DTB und wir hatten damals schon eine Vision, wie wir Turnen spannend und aufregend zeigen können“, erinnert sich Baur an die Anfänge. 1989 gab es dann mit der Turn-WM in Stuttgart das Erfolgserlebnis – die harte Arbeit der Vorjahre und das erworbene Know-How zahlten sich erstmals aus.

1992 wurde der DTB-Pokal der Zeit angepasst und eine Grand-Prix-Serie und das sehr erfolgreiche Winners-Final initiiert. Der Kampf Erster gegen Zweiter nach Ende jedes Gerätedurchgangs hielt die Zuschauer über eine Dekade lang gefangen. Das Format wurde auch beibehalten, nachdem der DTB-Pokal 1999 gemeinsam mit den vier Grand-Prix-Veranstaltern dem FIG-Weltcup Auftrieb gegeben hatte. 2002 war in Stuttgart außerdem das Weltcup-Finale. Erst 2005 musste das Winners-Final, aufgrund einer Regeländerung des Internationalen Turnverbandes FIG, aus dem Programm genommen werden.

Nach dem sportlichen Höhepunkt, der EnBW Turn-WM 2007 in Stuttgart, entstand die konsequente Weiterentwicklung dieser Serie, in enger Absprache mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern, Bundestrainer Andreas Hirsch und Trainer Wolfgang Hambüchen, die neue Champions Trophy. Untrennbar mit dieser Entwicklung verbunden sind natürlich der Erfolg Fabian Hambüchens und das damit gestiegene öffentliche und Medieninteresse.

2008 beim 26. DTB-Pokal gestartet, bündeln sich in der Champions Trophy nun knapp drei Jahrzehnte Kompetenz und Erfolg des DTB und des STB im Turnsport. Sie ist das Ergebnis von 27 Jahren Spitzenturnen, Weltcup und zwei Turn-Weltmeisterschaften. Sie ist ein Ergebnis der Vision, die von Anfang an der Motor des Turnens in Stuttgart war und die mit der Champions Trophy wieder ein wenig mehr Wirklichkeit wird.



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