[06.08.2008]
Wir sind in Peking angekommen. Wir, dass sind die Ersatzturner Kim Bui, Robert Weber, ich und unser Trainer Rainer Arnold. Wir sind mit dem NRW Jugendwerk untergebracht und haben leider nur beschränkt und schlecht Internetzugang. Von den versprochenen Karten für die Wettkämpfe haben wir leider auch noch nichts gesehen oder gehört. Daher bin ich mir nicht sicher, ob und wann und inwiefern wir etwas aus dem Olympischen Dorf, oder den Spielen mitbekommen werden.
Ich werde natürlich versuchen auf verschiedene Public-Viewing Plätze zu kommen und mir dort einen Überblick zu verschaffen, damit ich wenigstens ein bisschen vom Flair mitbekomme.
Deswegen kann ich nicht ganz so schöne und spannende Berichte über die sportlichen Wettkämpfe und über unser Turn-Team schreiben Ich will jedoch von meinen Erlebnissen hier in Peking und von anderen Neuigkeiten erzählen.
Es läuft hier halt nicht alles so, wie es geplant war. Angefangen damit, dass wir nicht in der Unterkunft untergebracht wurden, welche vorgesehen war, sondern in einer ganz Anderen, etwa 35km vom Olympischen Dorf entfernt. Da der amerikanische Präsident Goerge W. Bush sich ein Basketball Spiel der US-Mannschaft ansehen will wurde im Umkreis von zwei Kilometern um die Halle alles gesperrt. Auch die Schule in der wir unser Quartier beziehen sollten. Alles ein wenig verwegen und undurchsichtig hier, aber ich werde trotzdem versuchen, mein Bestes zu geben und immer bereit zu sein.
Aus Peking selbst gibt es zu berichten, dass jetzt, in der Zeit vor den Spielen der Smog wahnsinnig stark ist. Man sieht den Wolkenkratzer in 200 Meter Entfernung nur sehr undeutlich und man denkt es hätte den ganzen Tag über Nebel. Also genau so wie es in den Medien beschrieben wird. Es ist einfach eine Mega-City. Andererseits ist, für unsere Verhältnisse, alles sehr billig hier. Ein Liter Cola kostet hier umgerechnet nur 23 Cent und die Taxifahrer verstehen überhaupt kein Wort Englisch. Man muss sich vorher die Adresse von einem Ortskundigen aufzeichnen lassen, so dass der Fahrer es lesen kann, denn der englische Name der Straße reicht meistens nicht aus.
Die Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft war auch die Hölle, aber die Fahrweise kennt man auch aus Tunesien oder Ägypten. Soll heißen: Mehr hupen als blinken und halsbrecherische Überholmanöver und Vollbremsungen. Ich habe aber noch keinen einzigen Unfall gesehen, das Fahren klappt wohl trotzdem ganz gut.
Ernährungstechnisch ist es hier auch nicht übel, nur etwas gewöhnungsbedürftig. Man hat schon mal einen frittierten Hühnerkopf in seinem Hühnchen Chop Suey, aber sonst ist es recht angenehm. Die Leute sind allgemein sehr nett und neugierig, doch sind die Japaner im Vergleich ruhiger und kultivierter veranlagt. Und wie gesagt, hier spricht kaum einer Englisch und mit Zeichensprache kommt man nicht weit.
Naja aber sonst ist es eigentlich ganz lustig, da ich mit Robert Weber, Rainer Arnold und Kim Bui ja drei Top-sympathische Freunde um mich herum habe, mit denen man so das ein oder andere Abenteuer erlebt.
Es grüßt aus Peking,
Euer
Helge Liebrich
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