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[Update 16.06.08]
Gegen die Nichtnominierung der Tübinger Turnerin Kim Bui für Peking hatte der Schwäbische Turnerbund beim Deutschen Turner-Bund (DTB) Einspruch erhoben (siehe Meldung unten). Der DTB hat inzwischen schriftlich und in einem Gespräch seinen Standpunkt dargelegt. Danach wird der STB keine weiteren rechtlichen Schritte unternehmen >> weiterlesen
Turnen: Deutsche Meisterschaften in Chemnitz
Vier Meistertitel nach Schwaben
Sehr gute Leistungen gab es am Wochenende (07./08.06.) bei den Deutschen Meisterschaften im Turnen, die zugleich zweite und entscheidende Olympiaqualifikation waren. Große Erfolge errangen dabei die schwäbischen Turnerinnen und Turner bzw. Sportler, die am Kunst-Turn-Forum in Stuttgart trainieren.
Nach überstandener Schulterverletzung holte Thomas Andergassen (MTV Stuttgart) zwei Deutsche Meistertitel und hat nun gute Aussichten auf einen Platz im deutschen Turnteam für Peking. Am Pauschenpferd gewann der 28-Jährige mit 14.950, an den Ringen mit 15.450 Punkten.
Ebenfalls mit zwei Meistertiteln sowie einem fünften Platz im Mehrkampf kehrt Kim Bui (TSG Tübingen) aus Chemnitz zurück. Sie war die Beste an Boden und Sprung und sicherte sich außerdem die Vizemeisterschaft am Stufenbarren.
Eine Vizemeisterschaft erkämpfte Marie-Sophie Hindermann (TSG Tübingen) hinter Oksana Chusovitina (Köln) im Mehrkampf. Die 17-jährige Tübingerin hatte sich für drei Gerätefinals qualifiziert, konnte aber aufgrund einer Verletzung am Knie nur das Stufenbarren-Finale turnen, wo sie Dritte wurde.
Bemerkenswert ist auch die Leistung von Anton Wirt (MTV Stuttgart), der am Sprung hinter Fabian Hambüchen Vizemeister wurde.
Mit guten Platzierungen in den Gerätefinals und einem sechsten Platz im Mehrkampf verbesserte Helge Liebrich vom TSV Süßen seine Aussichten auf eine Nominierung zumindest als Ersatzmann für Peking.
Erfolge und vordere Plätze gab es auch für weitere am Kunst-Turn-Forum trainierende Athletinnen und Athleten: Zwei Titel (Balken, Stufenbarren) und zwei Vizemeisterschaften für Katja Abel (Berlin); die Vizemeisterschaft am Barren und einen dritten Platz im Mehrkampf für Marcel Nguyen (Unterhaching) sowie einen dritten und zwei vierte Plätze für Robert Juckel aus Cottbus.
Nach der Meisterschaft trafen die Cheftrainer eine erste Entscheidung für das Olympiateam. Bei den Frauen gelten Oksana Chusovitina, Marie-Sophie Hindermann und Katja Abel, bei den Männern Weltmeister Fabian Hambüchen, Phillip Boy (SC Cottbus), Eugen Spiridonov (TV Bous) und Marcel Nguyen als gesetzt. Die übrigen Plätze für das Turn-Team in Peking werden am Dienstag, 10. Juni, vom DTB-Lenkungsstab vergeben.
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DTB nominiert Olympiaathleten – Jubel, aber auch Tränen im Kunst-Turn-Forum
Zur Olympianominierung veröffentlichte der Deutsche Turner-Bund folgende Presse-Erklärung:
Der Deutsche Turner-Bund hat am Dienstag (10.06.08) auf seiner Sitzung des Lenkungsstabs diejenigen Turnerinnen und Turner namentlich benannt, die dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für das „Team-Deutschland“ vorgeschlagen werden und bei den Olympischen Spielen (08.08. - 24.08.08) für Deutschland um Medaillen kämpfen sollen.
Der DTB nominierte für die Frauenmannschaft Katja Abel (SC Berlin), Daria Bijak (TT Toyota Köln/ University of Utah), Anja Brinker (TV Herkenrath), Oksana Chusovitina (TT Toyota Köln), Marie-Sophie Hindermann (TSG Tübingen) und Joeline Möbius (TuS Chemnitz-Altendorf). Als siebte Turnerin wird Kim Bui (TSG Tübingen) mit nach Peking fahren und bei einem Ausfall parat stehen. Susann Herbst wird zusätzlich als Absicherung das vorbereitende Trainingslager in Deutschland absolvieren.
Für die deutsche Männermannschaft wurden Philipp Boy (SC Cottbus), Fabian Hambüchen (TSG Wetzlar-Niedergirmes), Robert Juckel (SC Cottbus), Marcel Nguyen (TSV Unterhaching), Eugen Spiridonov (TV Bous) und Thomas Andergassen (KTV Stuttgart) nominiert. Als zusätzliche Turner werden Helge Liebrich (TSV Süssen) und Robert Weber (TSV Ehmen) mit zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung nach Japan reisen. Matthias Fahrig (SV Halle) und Anton Wirth (MTV Stuttgart) werden zusätzlich das Trainingslager in Kienbaum mitbestreiten.
„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, weil dadurch der ein oder andere Turner und auch die ein oder andere Turnerin nicht berücksichtigt werden konnte. Dies spricht aber natürlich auch für die Leistungsstärke der Mannschaft, mit der wir nach Peking gehen wollen“, erläutete DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam die Entscheidung.
STB legt Einspruch gegen die Nichtnominierung von Kim Bui ein
Unmittelbar nach der Entscheidung des Lenkungsstabes, erhob der Schwäbische Turnerbund formal Einspruch gegen die Nichtnominierung von Kim Bui für die Deutsche Olympiamannschaft der Turnerinnen für die Olympischen Spiele 2008 Peking. In der Begründung werden unter Anderem folgende Gründe für den Einspruch angeführt:
1. Die rein rechnerische Auswertung der Wettkämpfe im Verhältnis 1. Olympia-Qualifikation (20%) und 2. Olympia- Qualifikation (80%) ergibt eine eindeutige Nominierung für Kim Bui
2. Das zur Ermittlung des besten Mannschaftsresultats angewandte Rotationssystem ergibt bei einer Anwendung auf beide Qualifikationen ebenfalls einen Vorsprung von Kim Bui. Selbst bei einer Anwendung nur unter mannschaftsdienlichen Gesichtspunkten ist Kim Bui immer noch vorne und wäre für die Mannschaft zu nominieren
3. Der Lenkungsstab hat in seiner Sitzung vom 10.06. entgegen der vorgegebenen Kriterien die endgültige Entscheidung über die Nominierung bereits jetzt und nicht wie angekündigt nach Abschluss der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung (UWV) erster Teil, am 12. Juli vorgenommen
4. Auf Basis dieser Erkenntnisse müssen wir davon ausgehen, dass weder Turnerinnen, die Trainer aber auch nicht die Leitung unseres Bundesstützpunktes über andere und weitere Nominierungskriterien informiert waren.
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